Presseberichte

Auszug aus der Tageszeitung "Die Rheinpfalz " vom 31.12.2011

 

 

Ein schweres Jahr für die Rettungskräfte

Unfall bei Hochspeyer fordert vier Menschenleben - Spektakuläre Brände in Fröhnerhof und Alsenborn - Todesopfer auf der Schernau

Mehrere Menschen fanden bei Unfällen den Tod, Familien wurden auseinander gerissen, Rettungskräfte waren bis an den Rand ihrer Belastbarkeit gefordert. 2011 wurden Schlagzeilen geschrieben, die Trauer und Betroffenheit auslösten.

Am 5. November ereignete sich auf der Umgehungsstraße Hochspeyer der bislang schwerste Verkehrsunfall auf der 2007 fertig gestellten Straße. Er forderte sofort drei Todesopfer - Tage danach starb auch die mutmaßliche 60-jährige Unfallverursacherin. Sie war mit ihrem Wagen auf die Gegenfahrbahn geraten. Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern stellte das Ermittlungsverfahren ein. Auch wenn Zweifel nicht ausgeräumt werden konnten. Ob sich ein Mensch strafbar gemacht hat, war nicht mehr zu klären. Der Unfall löste eine Welle der Betroffenheit aus.

Die Umgehungsstraße scheint sich zu einem Unfallschwerpunkt zu entwickeln. Auf den lang gezogenen Kurven der Strecke wird zu schnell gefahren. Bislang stand vor allem die Abbiegespur am östlichen Ortsausgang in Richtung Frankenstein im Blickpunkt. Eine dort installierte Kamera zeichnet mittlerweile das Fahrverhalten auf, daraus will der Landesbetrieb Mobilität (LBM) weitere Erkenntnisse gewinnen.

Bei Unfällen in Bruchmühlbach-Miesau, Kindsbach und Hütschenhausen kamen im Jahresverlauf vier Menschen ums Leben. Als lebensgefährlicher Ort erwies sich in zwei Fällen die Autobahn 6. Auffallend in drei Fällen war das Alter der Opfer: 17, 20 und 23 Jahre. Jugendliche Fahrer sind besonders gefährdet. Sechs junge Leute wurden zum Teil schwer verletzt, als sich in der Nacht zum 30. Oktober auf der L395 zwischen dem Daubenhorner Hof und Enkenbach ein Wagen überschlug. Nicht alle Insassen sollen angeschnallt gewesen sein.

Für die Feuerwehr in der Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn war 2011 das Jahr der Großeinsätze, bei denen es zum Glück keine Toten und Schwerverletzten zu beklagen gab. Aus dem Alltag heraus ragten im Mai ein Großbrand bei der Firma Lapport und im Oktober der Brand einer Waffenhandlung in Enkenbachs Ortsmitte. Auf vier Millionen Euro wurde der Schaden bei dem Schleifmittelunternehmen geschätzt, das gerade im Umbau war, dessen Produktion nach kurzer Unterbrechung jedoch weiterlaufen konnte. Als Brandursache wurde ein technischer Defekt festgestellt.

Begleitet vom Knall explodierender Feuerwerkskörper und Munition für Pistolen und Gewehre brannte am 12. Oktober ein Geschäft für Jagdbedarf in der Ortsmitte von Alsenborn aus. Rund 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Katastrophenschutz waren für Stunden mit Löscharbeiten und der Bergung von Sprengstoff aus dem älteren, zweistöckigen Haus beschäftigt. Wegen der akuten Explosionsgefahr mussten umliegende Häuser und ein Kindergarten evakuiert werden. Besonders riskant war die Bergung von Schwarzpulver, das in einem Tresor lagerte. Der Inhaber des Geschäftes erlitt leichte Verletzungen. Trotz intensiver Ermittlungen der Kriminalpolizei ergaben sich keine Anhaltspunkte für die Ursache des Brandes. Der Schaden: mehrere hunderttausend Euro.

Ausrücken musste die Feuerwehr im Herbst auch zu einem Großfeuer auf dem Fröhnerhof, zu Strohballen-Bränden in Mehlingen und Sembach, Die Vermutung kam auf, dass es sich um eine Serie vom Brandstiftungen handeln könnte, was die Polizei jedoch nicht bestätigt.

Im April erlitt im Alten-, Pflege-und Übergangsheim Schernau bei Martinshöhe ein Bewohner schwerste Brandverletzungen, Offensichtlich hatte er in einem Stuhl sitzend geraucht. Mitarbeiter erstickten das Feuer, das Brandopfer wurde in eine Unfallklink geflogen, in der es Wochen später an seinen schweren Verletzungen starb. (dre)

 

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