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Ein schweres Jahr für die Rettungskräfte
Unfall bei Hochspeyer fordert vier Menschenleben - Spektakuläre
Brände in Fröhnerhof und Alsenborn - Todesopfer auf der Schernau
Mehrere Menschen fanden bei Unfällen den Tod, Familien wurden
auseinander gerissen, Rettungskräfte waren bis an den Rand ihrer
Belastbarkeit gefordert. 2011 wurden Schlagzeilen geschrieben, die
Trauer und Betroffenheit auslösten.
Am 5. November ereignete sich auf der Umgehungsstraße Hochspeyer der
bislang schwerste Verkehrsunfall auf der 2007 fertig gestellten
Straße. Er forderte sofort drei Todesopfer - Tage danach starb auch
die mutmaßliche 60-jährige Unfallverursacherin. Sie war mit ihrem
Wagen auf die Gegenfahrbahn geraten. Die Staatsanwaltschaft
Kaiserslautern stellte das Ermittlungsverfahren ein. Auch wenn
Zweifel nicht ausgeräumt werden konnten. Ob sich ein Mensch strafbar
gemacht hat, war nicht mehr zu klären. Der Unfall löste eine Welle
der Betroffenheit aus.
Die Umgehungsstraße scheint sich zu einem Unfallschwerpunkt zu
entwickeln. Auf den lang gezogenen Kurven der Strecke wird zu
schnell gefahren. Bislang stand vor allem die Abbiegespur am
östlichen Ortsausgang in Richtung Frankenstein im Blickpunkt. Eine
dort installierte Kamera zeichnet mittlerweile das Fahrverhalten
auf, daraus will der Landesbetrieb Mobilität (LBM) weitere
Erkenntnisse gewinnen.
Bei Unfällen in Bruchmühlbach-Miesau, Kindsbach und Hütschenhausen
kamen im Jahresverlauf vier Menschen ums Leben. Als
lebensgefährlicher Ort erwies sich in zwei Fällen die Autobahn 6.
Auffallend in drei Fällen war das Alter der Opfer: 17, 20 und 23
Jahre. Jugendliche Fahrer sind besonders gefährdet. Sechs junge
Leute wurden zum Teil schwer verletzt, als sich in der Nacht zum 30.
Oktober auf der L395 zwischen dem Daubenhorner Hof und Enkenbach ein
Wagen überschlug. Nicht alle Insassen sollen angeschnallt gewesen
sein.
Für die Feuerwehr in der Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn war
2011 das Jahr der Großeinsätze, bei denen es zum Glück keine Toten
und Schwerverletzten zu beklagen gab. Aus dem Alltag heraus ragten
im Mai ein Großbrand bei der Firma Lapport und im Oktober der Brand
einer Waffenhandlung in Enkenbachs Ortsmitte. Auf vier Millionen
Euro wurde der Schaden bei dem Schleifmittelunternehmen geschätzt,
das gerade im Umbau war, dessen Produktion nach kurzer Unterbrechung
jedoch weiterlaufen konnte. Als Brandursache wurde ein technischer
Defekt festgestellt.
Begleitet vom Knall explodierender Feuerwerkskörper und Munition für
Pistolen und Gewehre brannte am 12. Oktober ein Geschäft für
Jagdbedarf in der Ortsmitte von Alsenborn aus. Rund 100
Einsatzkräfte von Feuerwehr und Katastrophenschutz waren für Stunden
mit Löscharbeiten und der Bergung von Sprengstoff aus dem älteren,
zweistöckigen Haus beschäftigt. Wegen der akuten Explosionsgefahr
mussten umliegende Häuser und ein Kindergarten evakuiert werden.
Besonders riskant war die Bergung von Schwarzpulver, das in einem
Tresor lagerte. Der Inhaber des Geschäftes erlitt leichte
Verletzungen. Trotz intensiver Ermittlungen der Kriminalpolizei
ergaben sich keine Anhaltspunkte für die Ursache des Brandes. Der
Schaden: mehrere hunderttausend Euro.
Ausrücken musste die Feuerwehr im Herbst auch zu einem Großfeuer auf
dem Fröhnerhof, zu Strohballen-Bränden in Mehlingen und Sembach, Die
Vermutung kam auf, dass es sich um eine Serie vom Brandstiftungen
handeln könnte, was die Polizei jedoch nicht bestätigt.
Im April erlitt im Alten-, Pflege-und Übergangsheim Schernau bei
Martinshöhe ein Bewohner schwerste Brandverletzungen, Offensichtlich
hatte er in einem Stuhl sitzend geraucht. Mitarbeiter erstickten das
Feuer, das Brandopfer wurde in eine Unfallklink geflogen, in der es
Wochen später an seinen schweren Verletzungen starb. (dre)
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