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Brand vorsätzlich gelegt
Mehlingen: Polizei hat nach dem Feuer auf dem Fröhnerhof zwei
Tatverdächtige im Visier
Der Brand auf dem Fröhnerhof in der Nacht zum 9. Oktober, bei dem
die Scheune eines Reiterhofs völlig zerstört wurde, ist auf eine
vorsätzliche Brandstiftung zurückzuführen. Die Polizei hat zwei
Tatverdächtige im Visier.
Die Ermittlungen seien noch nicht endgültig abgeschlossen, so dass
zum jetzigen Zeitpunkt keine näheren Angaben gemacht werden können,
erklärte das Polizeipräsidium Westpfalz gestern auf
RHEINPFALZ-Anfrage. Die Ermittlungen liefen bereits früh in Richtung
Brandstiftung, nachdem ein technischer Defekt und eine
Selbstentzündung des in großen Mengen gelagerten Strohs auf dem
Reiterhof ausgeschlossen werden konnten.
Der Brand auf dem Fröhnerhof wurde zum Großeinsatz für die
Feuerwehreinheiten aus Enkenbach-Alsenborn, Otterberg, Hochspeyer,
Weilerbach, Winnweiler und Kaiserslautern, denen ein weithin
sichtbarer Feuerschein den Weg wies. Etwa 650.000 Liter Wasser
wurden in die Flammen gejagt, über 13 Stunden dauerte der Einsatz in
der Nacht. Am folgenden Tag waren noch Nachlöscharbeiten notwendig.
Stroh und etwa 300 Ballen Heu sowie Fahrzeuge und
landwirtschaftliche Geräte waren in der Scheune untergebracht. Um
Löschwasser an die Brandstelle bringen zu können, richtete die
Feuerwehr einen Pendelverkehr zu drei Entnahmestellen in Mehlingen
ein. Bereits kurz nachdem die Wehrleute gegen den Brand vorgingen,
stürzte die Scheune ein. Auch die auf dem Dach installierte
Fotovoltaikanlage wurde zerstört.
Durch ihren Einsatz konnten die Wehren jedoch verhindern, dass der
Brand auf andere Gebäude übergriff. Verletzte waren nicht zu
beklagen. Aus den Ställen in der Nachbarschaft hatten die Anwohner
die Pferde unverletzt in Sicherheit gebracht. Eine Schadenshöhe von
250.000 Euro wurde genannt.
Wegen des Großfeuers war die für 9. Oktober geplante
Pfalzmeisterschaft im Holzrücken abgesagt worden. Sie wurde am
darauf folgenden Sonntag nachgeholt. Infolge des Großbrands fiel
auch der Enkenbacher Kuckuckslauf aus. Die Feuerwehrleute, die die
ganztägige Veranstaltung hätten sichern sollen, waren am Brandort
gebunden.
Nach wie vor laufen auch Ermittlungen der Polizei wegen Bränden von
Strohballen. 180 Ballen Stroh gingen am Nachmittag des 1. Oktober am
Friedhof Mehlingen in Flammen auf. In der Nacht zum 12. Oktober
verbrannten in Sembach etwa 100 Ballen Stroh auf einem Feld nahe des
Sportplatzes. Die Feuerwehr der Verbandsgemeinde wurde von Kräften
aus Hochspeyer, Otterberg sowie der US-Feuerwehr der Housing Sembach
unterstützt. Auch die Wehr von Winnweiler stieß dazu, sie kam gerade
von einem Heuballenbrand bei Langmeil zurück.
Am Morgen des 12. Oktober brannte ein Geschäft für Jagdbedarf in der
Ortsmitte von Alsenborn. Der Schaden: mehrere hunderttausend Euro.
Zur Brandentstehung könne hier keine Aussage getroffen werden, so
die Polizei. „Die Brandermittler haben lediglich festgestellt, dass
ein technischer Defekt als Ursache höchstwahrscheinlich nicht in
Frage kommt.” Für eine vorsätzliche Brandlegung habe es keine
Hinweise gegeben. Fahrlässigkeit sei zwar nicht ganz auszuschließen,
jedoch nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand ebenfalls nicht
nachzuweisen. (rs/dre)

Auszug Rheinpfalz
10.10.11
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