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Unfall fordert viertes Todesopfer
Hochspeyer: 60-Jährige erliegt ihren Verletzungen - Ursache weiter
unklar
Der schwere Unfall am Abend des 4. November auf der Umgehungsstraße
Hochspeyer hat ein viertes Todesopfer gefordert. Die 60-jährige
Fahrerin, die den schweren Verkehrsunfall verursacht haben soll, ist
am Wochenende ihren Verletzungen erlegen.
Über den Hergang des Unfalls hat die Polizei keine neuen
Erkenntnisse. Die Unfallursache bleibt unklar. Zeugen hatten
ausgesagt, dass die 60-Jährige vor dem Unfall Schlangenlinien
gefahren sei und eine rote Ampel nicht beachtet habe, so die
Erklärung aus dem Polizeipräsidium Westpfalz gestern. „Die
Hintergründe dafür konnten bislang nicht geklärt werden”, lautet die
Presseerklärung, die mit der Staatsanwaltschaft abgestimmt wurde.
Keine Angaben machen die Ermittler zu einer Alkoholprobe, die - wie
berichtet - von der Unfallfahrerin genommen wurde.
Wie berichtet, war die 60-Jährige in den Dämmerstunden des 4.
November auf der Umgehungsstraße Hochspeyer auf die Gegenfahrbahn
geraten und mit einem aus Richtung Frankenstein kommenden Fahrzeug
kollidiert. Bei dem Frontalzusammenstoß kamen in diesem Wagen dessen
42-jähriger Fahrer, sein 20-jähriger Beifahrer und eine 23-jährige
Mitfahrerin ums Leben. Sie sollen laut Polizei in Frankenstein
gemeldet gewesen und italienischer Nationalität sein. Eine
31-jährige weitere Fahrzeuginsassin wurde schwer verletzt in die
Unfallklinik nach Ludwigshafen gebracht. Aus den Fahrzeugtrümmern
befreiten die Rettungskräfte ein neun Monate altes Kleinkind, das
leichte Verletzungen davontrug. Bei dem 20-jährigen Toten soll es
sich um den Vater des Kindes gehandelt haben.
Die 60-Jährige soll schon vor dem Zusammenstoß durch ihre unsichere
Fahrweise aufgefallen sein. Ein Autofahrer habe die Polizei über
Handy auf den Pkw mit Kaiserslauterer Kennzeichen aufmerksam
gemacht.
Der schwere Unfall hat in den Heimatgemeinden der Opfer eine Welle
von Mitgefühl ausgelöst. Auch für die Helfer der Freiwilligen
Feuerwehren der Verbandsgemeinden Hochspeyer und Enkenbach-Alsenborn
sowie der Städtischen Feuerwehr aus Kaiserslautern war der Einsatz
an der Unfallstelle keine Routine. Unter großer Nervenanspannung
wurde mit Rettungsscheren und Spreizern gearbeitet, um die Opfer
befreien zu können. Dass dieses Bemühen nicht für alle Erfolg hatte,
führte zu einer enormen psychischen Belastung der Einsatzkräfte. Ein
Kriseninterventionsteam kümmerte sich deshalb noch am Abend um die
Helfer.
Schwerste Unfälle mit mehreren Todesopfern gehören in Stadt und
Landkreis Kaiserslautern nicht zum Alltag der Rettungskräfte. Im
Jahr 2000 kamen auf der A6 bei Landstuhl drei Menschen wegen eines
Geisterfahrers ums Leben. 2001 starben drei Mitarbeiter einer Firma
auf der B48 zwischen Johanniskreuz und Hochspeyer. In Kaiserslautern
verbrannten 2002 vier Menschen in den Trümmern eines Wagens, der auf
einen Bahndamm gestürzt war. Im Januar 2005 wurden vier Menschen bei
einem Verkehrsunfall auf der A6 zwischen der Anschlussstelle
Bruchmühlbach-Miesau und dem Landstuhler Kreuz getötet. Im Mai 2005
kam es auf der Kreisstraße zwischen Aschbacherhof und Mölschbach zu
einem schweren Unfall, bei dem zwei Frauen starben.
Der Unfall am 4. November war der bislang schwerste auf der
Umgehung Hochspeyer, die im Dezember 2007 eingeweiht wurde.
Bisher hatte sich in erster Linie die Linksabbiegespur aus
Richtung Frankenstein als Unfallschwerpunkt erwiesen. (dre)

Auszug Rheinpfalz
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