Presseberichte

Auszug aus der Tageszeitung "Die Rheinpfalz " vom 15.11.2011

 

 

Unfall fordert viertes Todesopfer

Hochspeyer: 60-Jährige erliegt ihren Verletzungen - Ursache weiter unklar

Der schwere Unfall am Abend des 4. November auf der Umgehungsstraße Hochspeyer hat ein viertes Todesopfer gefordert. Die 60-jährige Fahrerin, die den schweren Verkehrsunfall verursacht haben soll, ist am Wochenende ihren Verletzungen erlegen.

Über den Hergang des Unfalls hat die Polizei keine neuen Erkenntnisse. Die Unfallursache bleibt unklar. Zeugen hatten ausgesagt, dass die 60-Jährige vor dem Unfall Schlangenlinien gefahren sei und eine rote Ampel nicht beachtet habe, so die Erklärung aus dem Polizeipräsidium Westpfalz gestern. „Die Hintergründe dafür konnten bislang nicht geklärt werden”, lautet die Presseerklärung, die mit der Staatsanwaltschaft abgestimmt wurde. Keine Angaben machen die Ermittler zu einer Alkoholprobe, die - wie berichtet - von der Unfallfahrerin genommen wurde.

Wie berichtet, war die 60-Jährige in den Dämmerstunden des 4. November auf der Umgehungsstraße Hochspeyer auf die Gegenfahrbahn geraten und mit einem aus Richtung Frankenstein kommenden Fahrzeug kollidiert. Bei dem Frontalzusammenstoß kamen in diesem Wagen dessen 42-jähriger Fahrer, sein 20-jähriger Beifahrer und eine 23-jährige Mitfahrerin ums Leben. Sie sollen laut Polizei in Frankenstein gemeldet gewesen und italienischer Nationalität sein. Eine 31-jährige weitere Fahrzeuginsassin wurde schwer verletzt in die Unfallklinik nach Ludwigshafen gebracht. Aus den Fahrzeugtrümmern befreiten die Rettungskräfte ein neun Monate altes Kleinkind, das leichte Verletzungen davontrug. Bei dem 20-jährigen Toten soll es sich um den Vater des Kindes gehandelt haben.

Die 60-Jährige soll schon vor dem Zusammenstoß durch ihre unsichere Fahrweise aufgefallen sein. Ein Autofahrer habe die Polizei über Handy auf den Pkw mit Kaiserslauterer Kennzeichen aufmerksam gemacht.

Der schwere Unfall hat in den Heimatgemeinden der Opfer eine Welle von Mitgefühl ausgelöst. Auch für die Helfer der Freiwilligen Feuerwehren der Verbandsgemeinden Hochspeyer und Enkenbach-Alsenborn sowie der Städtischen Feuerwehr aus Kaiserslautern war der Einsatz an der Unfallstelle keine Routine. Unter großer Nervenanspannung wurde mit Rettungsscheren und Spreizern gearbeitet, um die Opfer befreien zu können. Dass dieses Bemühen nicht für alle Erfolg hatte, führte zu einer enormen psychischen Belastung der Einsatzkräfte. Ein Kriseninterventionsteam kümmerte sich deshalb noch am Abend um die Helfer.

Schwerste Unfälle mit mehreren Todesopfern gehören in Stadt und Landkreis Kaiserslautern nicht zum Alltag der Rettungskräfte. Im Jahr 2000 kamen auf der A6 bei Landstuhl drei Menschen wegen eines Geisterfahrers ums Leben. 2001 starben drei Mitarbeiter einer Firma auf der B48 zwischen Johanniskreuz und Hochspeyer. In Kaiserslautern verbrannten 2002 vier Menschen in den Trümmern eines Wagens, der auf einen Bahndamm gestürzt war. Im Januar 2005 wurden vier Menschen bei einem Verkehrsunfall auf der A6 zwischen der Anschlussstelle Bruchmühlbach-Miesau und dem Landstuhler Kreuz getötet. Im Mai 2005 kam es auf der Kreisstraße zwischen Aschbacherhof und Mölschbach zu einem schweren Unfall, bei dem zwei Frauen starben.

Der Unfall am 4. November war der bislang schwerste auf der Umgehung Hochspeyer, die im Dezember 2007 eingeweiht wurde. Bisher hatte sich in erster Linie die Linksabbiegespur aus Richtung Frankenstein als Unfallschwerpunkt erwiesen. (dre)

 

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