Presseberichte

Auszug aus der Tageszeitung "Die Rheinpfalz " vom 07.11.2011

 

 

Unfallhergang gibt Rätsel auf

Hochspeyer: Helfer sprechen von enormer psychischer Belastung - Ortsbürgermeister bestürzt und tief bewegt

Drei Tage nach dem schrecklichen Unfall mit drei Todesopfern auf der Umgehungsstraße bei Hochspeyer (die RHEINPFALZ berichtete am Samstag) geben der genaue Hergang und die Begleitumstände der Polizei immer noch Rätsel auf. Die bei dem Frontalzusammenstoß ums Leben gekommenen zwei Männer und eine Frau sollen laut Polizei teils in Kaiserslautern, aber auch in Frankenstein gemeldet gewesen und italienischer Nationalität sein.

Von einer enormen psychischen Belastung der Einsatzkräfte sprechen der Rettungsdienst und die Feuerwehren aus Kaiserslautern, Hochspeyer und Enkenbach-Alsenborn. Mike Kansy-Gündel, Wehrleiter der Freiwilligen Wehr Hochspeyer, sagte: „Viele junge Helfer waren im Einsatz. Solche Bilder hatten sie noch nie gesehen. Sie waren völlig überfordert von dem menschlichen Leid, das sich ihnen zeigte.”

Nachdem die überlebenden Opfer in Sicherheit waren, habe man bei den weiteren Bergungsarbeiten zunächst eine kurze Pause gemacht. Ein Teil der Mannschaft wurde dabei ausgetauscht. Ein Kriseninterventionsteam kümmerte sich schließlich um die Helfer, versuchte im Gespräch die stärksten Spannungen abzubauen. „Das Ereignis vor Augen traf aber keineswegs nur junge Einsatzkräfte”, so der Wehrleiter. „Auch erfahrene Wehrleute und Sanitäter kämpften mit den Tränen.”

Auch in den nächsten Wochen werde man mit den Leuten noch intensive Gespräche führen, um ihnen bei der Bewältigung des Erlebten zu helfen. Kansy-Gündel lobte die gute Zusammenarbeit der Einsatzkräfte aus Stadt und Landkreis: „Es lief alles sachlich und trotz aller Hektik im Umfeld ruhig ab.”

Nach den bisherigen Erkenntnissen war der im Auto umgekommene 20-Jährige der Vater des neunmonatigen Kleinkinds, das zum Glück nur leichtere Verletzungen erlitt. Über den Zustand der schwer verletzten 60-jährigen Unfallverursacherin konnte die Polizei gestern keine nähere Auskunft geben.

Die Auswertung der ihr entnommenen Blutprobe müsse abgewartet werden, um bei der Ursachenfindung weiterzukommen. Ein Gutachter ist in die gesamten Ermittlungen eingeschaltet.

Hochspeyers Ortsbürgermeister Hans-Norbert Anspach (SPD) äußerte sich gestern auf RHEINPFALZ-Anfrage tief betroffen über das Unglück. „Die Sache beschäftigt mich wahnsinnig”, sagte er. „Das ist ganz, ganz schlimm.” In Hochspeyer sei das Unfallgeschehen Hauptgesprächsthema. Auch im evangelischen Gottesdienst sei Pfarrer Max Eisfeld unter Tränen darauf zu sprechen gekommen.

Anspach diskutiert nach eigenen Angaben bereits seit längerer Zeit mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM), „dass auf der Umgehungsstraße zu schnell gefahren wird”. Sie sei „eine Rennstrecke”. Die Aufstellung einer Tempoanzeige an anderer Stelle habe sich zwar positiv ausgewirkt. „Aber da muss man tätig werden”, so Anspach. „Es müssen Maßnahmen ergriffen werden.”

Auch der Ortsbürgermeister von Frankenstein, Eckhard Vogel (FWG), zeigte sich bestürzt. Er sieht „den tragischen Unfall auch als Mahnung zu einer defensiven, umsichtigen und verantwortungsvollen Teilnahme am Straßenverkehr”. Sein besonderes Mitgefühl sprach er den Hinterbliebenen der Opfer aus, „deren Leid sich von Außenstehenden wohl nur erahnen lässt”. (rs/rik)

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