|
|
Unfallhergang gibt Rätsel auf
Hochspeyer: Helfer sprechen von enormer
psychischer Belastung - Ortsbürgermeister bestürzt und tief bewegt
Drei
Tage nach dem schrecklichen Unfall mit drei Todesopfern auf der
Umgehungsstraße bei Hochspeyer (die RHEINPFALZ berichtete am
Samstag) geben der genaue Hergang und die Begleitumstände der
Polizei immer noch Rätsel auf. Die bei dem Frontalzusammenstoß ums
Leben gekommenen zwei Männer und eine Frau sollen laut Polizei teils
in Kaiserslautern, aber auch in Frankenstein gemeldet gewesen und
italienischer Nationalität sein.
Von einer enormen psychischen Belastung der Einsatzkräfte sprechen
der Rettungsdienst und die Feuerwehren aus Kaiserslautern,
Hochspeyer und Enkenbach-Alsenborn. Mike Kansy-Gündel, Wehrleiter
der Freiwilligen Wehr Hochspeyer, sagte: „Viele junge Helfer waren
im Einsatz. Solche Bilder hatten sie noch nie gesehen. Sie waren
völlig überfordert von dem menschlichen Leid, das sich ihnen
zeigte.”
Nachdem die überlebenden Opfer in Sicherheit waren, habe man bei den
weiteren Bergungsarbeiten zunächst eine kurze Pause gemacht. Ein
Teil der Mannschaft wurde dabei ausgetauscht. Ein
Kriseninterventionsteam kümmerte sich schließlich um die Helfer,
versuchte im Gespräch die stärksten Spannungen abzubauen. „Das
Ereignis vor Augen traf aber keineswegs nur junge Einsatzkräfte”, so
der Wehrleiter. „Auch erfahrene Wehrleute und Sanitäter kämpften mit
den Tränen.”
Auch in den nächsten Wochen werde man mit den Leuten noch intensive
Gespräche führen, um ihnen bei der Bewältigung des Erlebten zu
helfen. Kansy-Gündel lobte die gute Zusammenarbeit der Einsatzkräfte
aus Stadt und Landkreis: „Es lief alles sachlich und trotz aller
Hektik im Umfeld ruhig ab.”
Nach den bisherigen Erkenntnissen war der im Auto umgekommene
20-Jährige der Vater des neunmonatigen Kleinkinds, das zum Glück nur
leichtere Verletzungen erlitt. Über den Zustand der schwer
verletzten 60-jährigen Unfallverursacherin konnte die Polizei
gestern keine nähere Auskunft geben.
Die Auswertung der ihr entnommenen Blutprobe müsse abgewartet
werden, um bei der Ursachenfindung weiterzukommen. Ein Gutachter ist
in die gesamten Ermittlungen eingeschaltet.
Hochspeyers Ortsbürgermeister Hans-Norbert Anspach (SPD) äußerte
sich gestern auf RHEINPFALZ-Anfrage tief betroffen über das Unglück.
„Die Sache beschäftigt mich wahnsinnig”, sagte er. „Das ist ganz,
ganz schlimm.” In Hochspeyer sei das Unfallgeschehen
Hauptgesprächsthema. Auch im evangelischen Gottesdienst sei Pfarrer
Max Eisfeld unter Tränen darauf zu sprechen gekommen.
Anspach diskutiert nach eigenen Angaben bereits seit längerer Zeit
mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM), „dass auf der Umgehungsstraße
zu schnell gefahren wird”. Sie sei „eine Rennstrecke”. Die
Aufstellung einer Tempoanzeige an anderer Stelle habe sich zwar
positiv ausgewirkt. „Aber da muss man tätig werden”, so Anspach. „Es
müssen Maßnahmen ergriffen werden.”
Auch der Ortsbürgermeister von
Frankenstein, Eckhard Vogel (FWG), zeigte sich bestürzt. Er sieht
„den tragischen Unfall auch als Mahnung zu einer defensiven,
umsichtigen und verantwortungsvollen Teilnahme am Straßenverkehr”.
Sein besonderes Mitgefühl sprach er den Hinterbliebenen der Opfer
aus, „deren Leid sich von Außenstehenden wohl nur erahnen lässt”.
(rs/rik)

Auszug Rheinpfalz
05.11.2011
Auszug Rheinpfalz
06.11.2011
Auszug Rheinpfalz
08.11.2011
Auszug Rheinpfalz
15.11.2011
Auszug Rheinpfalz
23.11.2011
Polizeibericht
SWR-Nachrichten
Zurück |
|