Mit der FWG gibt's kein netto für brutto
HOCHSPEYER: Verbandsgemeinderat erhöht Preise für die Vermietung
von Wasserrohren - Ideenwettbewerb zum Kläranlagenneubau
Zwölf Tagesordnungspunkte in 62 Minuten: Diskussionsbedarf hatte
der Verbandsgemeinderat Hochspeyer in seiner Sitzung am
Montagabend kaum. Lediglich, als es um Mietpreise für
Wasserrohre ging, gab es Aufregung - bei der FWG.
Thema war die Vermietung von Standrohren, etwa bei Kerwen. Pro
angefangenem Monat sind dafür bislang 21,88 Euro (brutto)
fällig, nun soll jedoch - weil die Rohre oft nur tageweise
gemietet werden - tageweise abgerechnet werden. Die Verwaltung
hatte im Vorfeld 73 Cent pro Tag vorgeschlagen, der
Werksausschuss für einen Euro plädiert. Dazu soll ein
Verwaltungskostenzuschlag von einmalig 15 Euro kommen; der
Wasserverbrauch wird nach wie vor separat abgerechnet.
Die Werkleitung habe die neuen Beträge „kalkulatorisch geprüft
und bestätigt”, so Verbandsbürgermeister Walter Rung (CDU). Das
war für SPD-Fraktionssprecher Jürgen Laubscher „kaum zu
begreifen”. „Die Kalkulationsabteilung der Werke ist auf keinem
guten Stand”, befand er. Die neuen Preise seien angesichts des
hohen Aufwands viel zu niedrig angesetzt. Er regte an, den einen
Euro pro Tag und die einmaligen 15 Euro netto statt brutto
anzusetzen.
Gegen diesen Vorschlag wetterte FWG-Fraktionssprecher Manfred
Petry: „Wir machen das wie von den Werken geprüft - alles andere
mach' ich nicht.” Nach Rungs Anmerkung, der Rat sei nicht an die
Empfehlung des Werksausschusses gebunden, entfuhr es Petry: „Das
ist das, was geprüft ist, das beschließen wir auch so, verdammt
nochmal.” Das galt letztlich nur für die vier FWGler. Mit deren
Gegenstimmen beschloss der Rat, die Beträge als Nettopreise
festzusetzen.
Alle weiteren Beschlüsse des Abends fielen einstimmig aus. So
soll es etwa einen Ideenwettbewerb zum Neubau der Frankensteiner
Kläranlage geben. Vier regionale Büros werden in den folgenden
sechs Monaten angeschrieben und um Pläne für den Neubau gebeten
- unter der Maßgabe, dass die Eigentumsrechte an den Ideen an
die Verbandsgemeindewerke übergehen. Jedes der Büros soll mit
rund 5000 Euro animiert werden, sich einzubringen. Der Neubau
ist für 2013 geplant. Auf Nachfrage von Heinrich Eichert (SPD)
erklärte Rung, ein einst diskutierter Anschluss an die
Kläranlage Lambrecht sei vom Tisch: „Der Bau einer neuen
Kläranlage in Frankenstein ist deutlich günstiger als der
Anschluss in Richtung Lambrecht.”
„Da arbeiten wir weder ökologisch noch ökonomisch”, stellte der
Bürgermeister mit Blick auf die Heizung der Feuerwache
Hochspeyer fest, die aus dem Jahr 1989 stammt. „Wir halten 365
Tage im Jahr 300 Liter warmes Wasser vor, damit wenn es brennt
und die Feuerwehrleute später duschen wollen, warmes Wasser da
ist.” Nun soll für rund 20.000 Euro eine zeitgemäße Anlage her.
Gerhard Scherer (UW) regte an, Solarthermie zu nutzen. Manfred
Petry empfahl, beim Roten Kreuz im gleichen Gebäude anzufragen,
ob es ebenfalls über eine neue Heizung nachdenke.
Die Firma Ziegler
Feuerwehrgerätetechnik in Mühlau bekam den Zuschlag für die
Anschaffung eines Staffellöschfahrzeugs. Es soll rund 150.000
Euro kosten, das Land gewährt einen Zuschuss von 50.000 Euro.
Die Albert Ziegler GmbH, zu der die Ziegler
Feuerwehrgerätetechnik gehört, hat Mitte August die Eröffnung
eines Insolvenzverfahrens beantragt. Der Rat besteht deshalb auf
einer Gewährleistungsbürgschaft.
Eine Begehung mit dem Brandschutzbeauftragten der
Kreisverwaltung hat gezeigt, dass beim Brandschutz an der
kombinierten Grund- und Hauptschule Hochspeyer sowie an der
Grundschule Frankenstein nachgebessert werden muss. In
Hochspeyer sind an drei Rauchschutztüren die automatischen
Türschließer defekt, diese soll für 5500 Euro eine Firma aus
Altenglan erneuern. In Frankenstein fehlen zwei
Feuerschutztüren. Die Verwaltung soll nun drei Angebote dafür
einholen.
Hochspeyer will die Erschließung des Neubaugebiets
„Mehlweiherkopf” angehen. Der Rat stimmte der Verlegung von
Wasser- und Abwasserleitungen zu. Von den Grundstückseigentümern
werden Einmalbeiträge (mit 80 Prozent Vorausleistung) für die
Verlegung erhoben, sie werden auch, wie üblich, an den
allgemeinen Unterhaltungskosten des Wasser- und Kanalnetzes und
der Kläranlage beteiligt.
Die Fahrtkosten der Jugendsozialarbeiterin liegen dieses
Jahr bei rund 2500 Euro und damit 1500 Euro über Plan. Das liege
nicht daran, dass mehr Fahrten anfielen, betonte Rung: „Die
Kosten sind im Plan zu niedrig angesetzt. Jede Fahrt wird
nachgewiesen.” (sbn)