„Das Krachen war ohrenbetäubend"
Hochspeyer/Neuhemsbach: Blitzeinschläge entzünden zwei Häuser und
richten großen Schaden an - Keine Verletzten
Blitzeinschläge in zwei Wohnhäuser haben am Samstagnachmittag in
Hochspeyer und Neuhemsbach einen geschätzten Schaden von etwa
150.000 Euro angerichtet. Menschen kamen bei den Bränden nicht zu
Schaden.
Die
Freiwilligen Feuerwehren der Verbandsgemeinden Hochspeyer und
Enkenbach-Alsenborn sowie die Städtische Wehr aus Kaiserslautern
waren über Stunden hinweg im Einsatz. Dadurch konnten sie noch
größere Schäden verhindern. Dennoch ist das betroffene Wohn- und
Geschäftshaus in Hochspeyer vorerst nicht mehr bewohnbar. Die auf
einen Schlag obdachlos gewordenen Eigentümer kamen in einem Lokal
unter.
„Bei mir haben
die Wände gezittert. Das Krachen war ohrenbetäubend", schilderte in
Hochspeyer ein Anwohner den Moment, als der Blitz einschlug und das
Haus entzündete. Um 15.41 Uhr wurde Feueralarm ausgelöst. Der über
der Trippstadter Straße stehende Rauchpilz war weithin sichtbar und
lockte Schaulustige an.
Die drei
Hausbewohner hatten sich beim Eintreffen der ersten Löschmannschaft
schon in Sicherheit gebracht. Sie erzählten ebenfalls von einem
Knall. Danach seien im Sicherungskasten Flammen aufgelodert.
Die Männer des ersten Angriffstrupps der
Hochspeyer Wehr gingen unter schwerem Atemschutz ans Werk. Bei ihrem
Eindringen in das Dachgeschoss des zweieinhalbstöckigen Anwesens
standen sie einer schwarzen Wand aus Rauch gegenüber und waren
enormer Hitze ausgesetzt. „Wir sahen zunächst praktisch keine
Flammen und mussten uns vorsichtig vortasten, bis dann schließlich
das Feuer schrittweise erkennbar wurde', berichtete einer der
Feuerwehrleute. Sein Gesicht war nach dem Einsatz so stark gerötet,
als hätte er einen starken Sonnenbrand erlitten.
Mit drei
Rohren und einem Wenderohr von der Drehleiter aus versuchte die
Wehr, dem Feuer im Außen-und Innenangriff Herr zu werden. Über 40
Kräfte, die mit zwölf Fahrzeugen angerückt waren, kamen zum Einsatz.
Er endete für die Letzten erst um 22 Uhr, mehr als sechs Stunden
nach dem Beginn des Brands.
Bereits
Minuten nach dem Alarm war Bürgermeister Walter Rung zur
Einsatzstelle gekommen, wo sich auch die Kreisbeigeordnete Gudrun
Heß-Schmidt und Ortsbürgermeister Gerhard Scherer einen Überblick
verschafften. Der stellvertretende Kreisfeuerwehrinspekteur Mathias
Diederich verfolgte den Einsatz. Wehrleiter Kansy-Gündel sprach von
einer „reibungslosen effektiven Zusammenarbeit" der Kräfte.
Gestern
Vormittag fand nochmals eine Kontrolle der Brandstelle statt, bei
der das gesamte Ausmaß der Verwüstung erst deutlich geworden sei, so
Kansy-Gündel.
In Neuhemsbach hatte vor dem Vorfall in Hochspeyer
ein Blitz in ein Einfamilienhaus am Sionsberg eingeschlagen. Die
Bewohner waren zu diesem Zeitpunkt nicht zu Hause. Die im Dach
auflodernden Flammen konnten jedoch von der Freiwilligen Wehr der
Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn, die rasch am Brandort war,
gelöscht werden, bevor sie um sich greifen konnten. Dennoch entstand
auch hier ein Schaden von „einigen tausend Euro", so die
Einsatzkräfte. (rs)


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